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Zinseszins mit Inflation und Steuern: Was bleibt wirklich übrig?

Nominale Endwerte klingen gut — aber Inflation und Steuern nagen still daran. Dieser Rechner zeigt dir, wie viel Kaufkraft nach 2 % Inflation und vereinfachter Abgeltungssteuer tatsächlich übrig bleibt.

Zinseszins nach Inflation und Steuern — Beispielrechnung

  • Einzahlung (500 €/Monat × 20 Jahre) -> 120.000 €
  • Nominaler Endwert (6 % Rendite) -> ca. 231.000 €
  • Abgeltungssteuer auf Gewinn (25 %) -> − ca. 27.750 €
  • Reale Kaufkraft (2 % Inflation, 20 J.) -> ca. 137.000 €
  • Kaufkraft-Verlust durch Inflation -> ca. 38 % des Nominalwerts

Der Rechner unten zeigt deine persönlichen Werte — ändere Sparrate, Laufzeit und Inflationsrate direkt.

Reale Kaufkraft
Nominaler Endwert ÷ (1 + Inflation)^Jahre — sieh, was dein Geld später wirklich wert ist.
Steuer-Effekt
25 % Abgeltungssteuer auf den Gewinn — modellhaft berücksichtigt im Rechner.
Szenarien
Teste 2 % vs. 3 % Inflation und verschiedene Renditen in Echtzeit.
Live-Simulation

Rechner sofort starten

Passe Sparrate, Laufzeit und Rendite direkt hier an. Für mehr Realismus kannst du zusätzlich Inflation, Startkapital und eine jährliche Erhöhung deiner Sparrate einbeziehen.

Erweiterte Annahmen: Startkapital, Dynamisierung, Inflation
Ergebnis
231.020

Mit 500 € monatlich über 20 Jahre bei 6% Rendite, ohne Dynamisierung.

Heutige Kaufkraft
155.470

Bei angenommener Inflation von 2% pro Jahr.

Eigene Einzahlungen
120.000

Startkapital und Sparraten zusammen.

Wertzuwachs
111.020

Zuwachs durch Rendite und Zeit.

Sparrate im letzten Jahr
500

Durch Dynamisierung der Sparrate.

Interaktive Simulation

Rechner: Wie viel bleibt nach Inflation wirklich übrig?

Wer nur den nominalen Endwert sieht, plant zu optimistisch. Inflation von 2 % p.a. über 20 Jahre halbiert die Kaufkraft fast. Der Rechner kombiniert Zinseszins-Simulation mit realer Kaufkraft-Darstellung — stell die Inflation direkt im Rechner ein.

Stell Sparrate, Laufzeit und Inflation ein — der Rechner zeigt sofort Nominalwert und reale Kaufkraft.

Laufzeit
20 Jahre
Ergebnis
231.020

Drei Szenarien: Was bleibt nach Inflation wirklich übrig?

  • Szenario A (4 % Rendite, 2 % Inflation, 500 €/Monat, 20 Jahre): Nominaler Endwert ca. 183.000 € → reale Kaufkraft ca. 123.000 €.
  • Szenario B (6 % Rendite, 2 % Inflation, 500 €/Monat, 20 Jahre): Nominaler Endwert ca. 231.000 € → reale Kaufkraft ca. 155.000 €.
  • Szenario C (6 % Rendite, 3 % Inflation, 500 €/Monat, 20 Jahre): Nominaler Endwert ca. 231.000 € → reale Kaufkraft nur ca. 128.000 €.

Nominaler vs. realer Endwert — Überblick nach Laufzeit

LaufzeitEinzahlungNominaler Endwert (6 %)Reale Kaufkraft (2 % Infl.)Kaufkraftverlust
10 Jahre60.000 €ca. 81.000 €ca. 66.000 €ca. 18 %
15 Jahre90.000 €ca. 139.000 €ca. 103.000 €ca. 26 %
20 Jahre120.000 €ca. 231.000 €ca. 155.000 €ca. 33 %
25 Jahre150.000 €ca. 368.000 €ca. 222.000 €ca. 40 %
30 Jahre180.000 €ca. 568.000 €ca. 314.000 €ca. 45 %

Welche Faktoren beeinflussen dein Ergebnis?

  • Je länger die Laufzeit, desto größer der Kaufkraftverlust — aber auch desto größer der Zinseszins-Vorteil gegenüber gar nicht sparen.
  • Eine höhere Rendite schlägt Inflation: Bei 7 % Rendite und 2 % Inflation bleibt eine reale Rendite von ca. 5 % übrig.
  • Steuern fallen nur auf den Gewinn an, nicht auf eingezahltes Kapital. Der Sparerpauschbetrag (1.000 €/Jahr) reduziert die Steuerlast zusätzlich.
  • Deflation ist selten, aber möglich. In der Regel plant man mit positiver Inflation — teste mehrere Werte im Rechner.

Typische Fehler vermeiden

  • Plane immer mit nominalem UND realem Zielwert — erst dann siehst du, ob dein Sparziel noch passt.
  • Erhöhe die Sparrate schrittweise, um den Kaufkraftverlust durch Inflation auszugleichen.
  • Breit gestreute ETF haben historisch die Inflation langfristig deutlich übertroffen — das macht sie zum stärksten Hebel gegen Kaufkraftverlust.

So wirkt die Abgeltungssteuer auf deinen Zinseszins

Die Abgeltungssteuer von 25 % (+ Soli) fällt auf realisierte Kapitalerträge an. Bei einem ETF-Sparplan werden Gewinne erst beim Verkauf versteuert — der Zinseszins kann also bis dahin ungestört wachsen. Das ist ein erheblicher Steuerstundungsvorteil gegenüber jährlich versteuerten Zinserträgen.

Hinweis: Diese Seite zeigt vereinfachte Modellwerte. Die tatsächliche Steuerlast hängt von Freibeträgen, Produkttyp, Kirchensteuerpflicht und weiteren Faktoren ab. Im Einzelfall empfiehlt sich eine Steuerberatung.

Inflation und Rendite: Was zählt am Ende?

  • Realzins = Nominalrendite − Inflationsrate (vereinfachte Fisher-Gleichung).
  • Bei 6 % Rendite und 2 % Inflation bleibt ein Realzins von ca. 4 % p.a. — deutlich besser als Tagesgeld.
  • Sparbuch mit 0,5 % Zinsen bei 2 % Inflation: Realzins = −1,5 % — du verlierst jedes Jahr Kaufkraft.
  • ETF-Sparplan (historisch 6–8 % p.a.) schlägt Inflation langfristig klar — aber mit Schwankungen.

Vorabpauschale: Was thesaurierende ETFs jährlich kosten

Wer in thesaurierende ETFs investiert (also solche, die Dividenden nicht ausschütten, sondern direkt wieder anlegen), zahlt seit der ETF-Steuerreform 2018 eine jährliche Vorabpauschale. Das ist eine fiktive steuerliche Mindestrendite, die das Finanzamt unabhängig von einem tatsächlichen Verkauf berechnet und besteuert.

Die Höhe der Vorabpauschale hängt vom sogenannten Basiszins ab (vom Bundesfinanzministerium jährlich festgelegt) und vom Fondswert zum Jahresanfang. Für das Jahr 2024 betrug der Basiszins 2,29 %. Konkret: Bei 10.000 € ETF-Bestand und einem Teilfreistellungssatz von 30 % (für Aktien-ETFs) ergibt sich eine steuerpflichtige Vorabpauschale von wenigen Dutzend Euro — kein Drama, aber planbar.

Wichtig: Die Vorabpauschale wird von deiner Depotbank automatisch abgerechnet. Du musst nichts selbst berechnen oder melden. Allerdings solltest du ausreichend Cash-Puffer auf deinem Verrechnungskonto haben — sonst muss die Bank ggf. ETF-Anteile verkaufen, um die Steuer zu decken.

Beim späteren Verkauf des ETFs wird die bereits versteuerte Vorabpauschale angerechnet, um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden. Thesaurierende ETFs bleiben durch den Steuerstundungseffekt langfristig trotz Vorabpauschale steuerlich attraktiv.

Häufige Fragen

Warum reicht ein normaler Zinseszins-Rechner oft nicht aus?

Viele Rechner zeigen nur nominale Endwerte – also das, was auf dem Konto steht, ohne Berücksichtigung der Kaufkraft. Für eine realistische Planung solltest du zusätzlich Inflation und steuerliche Effekte berücksichtigen. Beispiel: 231.000 Euro nominaler Endwert bei 20 Jahren und 2 % Inflation entsprechen real nur noch rund 155.000 Euro in heutiger Kaufkraft – ein Unterschied von fast einem Drittel.

Mit welcher Inflation sollte ich rechnen?

Viele Finanzplaner nutzen eine Bandbreite von 2 bis 3 % p.a. und prüfen beide Szenarien. Die EZB hat ein Inflationsziel von 2 %, in den Jahren 2021–2023 lagen die Werte in Deutschland teils deutlich höher (über 6 %). Für eine robuste Planung empfiehlt sich das 3-%-Szenario als Kontrollrechnung – damit bleibt dein Plan auch bei anhaltend höherer Inflation tragfähig.

Wie viel Steuer fällt auf Kapitalerträge an?

In Deutschland gilt die Abgeltungssteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag (0,825 %) auf Kapitalerträge – also insgesamt ca. 26,375 %, kirchensteuerabhängig etwas mehr. Der Sparerpauschbetrag beträgt 1.000 € pro Jahr pro Person (Stand 2024), bei Ehepaaren 2.000 €. Gewinne unterhalb dieser Grenze bleiben steuerfrei. Diese Seite zeigt eine vereinfachte Modellrechnung – im Einzelfall weicht die Steuerwirkung je nach Produkttyp, Freibetrag und Kirchensteuerpflicht ab.

Was ist der Unterschied zwischen nominalem und realem Endwert?

Der nominale Endwert ist der Betrag auf dem Konto. Der reale Endwert ist die tatsächliche Kaufkraft dieser Summe in heutigen Preisen. Bei 2 % Inflation und 20 Jahren Laufzeit verliert ein nominaler Endwert von 231.000 € etwa 33 % Kaufkraft – es bleiben real ca. 155.000 € übrig. Bei 3 % Inflation sind es sogar 45 % weniger. Wer langfristig plant, sollte immer beide Werte im Blick behalten.

Wie berechne ich den realen Endwert selbst?

Realer Endwert = Nominaler Endwert ÷ (1 + Inflationsrate)^Jahre. Beispiel: 231.000 € ÷ (1,02)^20 = ca. 155.000 €. Der Rechner auf dieser Seite nimmt diese Berechnung für dich vor.

Lohnt sich sparen trotz Inflation?

Ja — aber nur wenn die Rendite die Inflation langfristig übersteigt. Bei 2 % Inflation und 6 % Rendite bleibt eine reale Rendite von ca. 4 % p.a. übrig. Tagesgeld oder Sparbuch mit 1 % Zinsen verliert real Kaufkraft. Investitionen in breit gestreute ETF haben historisch Inflation klar geschlagen.

Weiterführende Themen

Stand: 05.05.2026 · Alle Angaben sind unverbindliche Szenarien.